Wichtige Schimmelpilzarten

Von den unzähligen Schimmelpilzarten sollen an dieser Stelle einige wenige aufgelistet werden, die in Innenräumen relevant sind. Rein theoretisch können alle denkbaren Schimmelpilzarten in Innenräumen vorkommen. In der Praxis finden wir zwischen 150 – 200 verschiedene Pilzarten, welche gehäuft vorkommen.

Alternariaalternata

Alternaria alternata

– Wachstumsoptimum 20 – 30°C
– Vorkommen: Kosmopolitisch, in Böden
– kann praktisch alle organischen Stoffe, einschließlich Kerosin ( ! ) abbauen
– kommt auf Getreide, Lebensmitteln, Gemüse und Früchten vor
– ist häufiger Bestandteil von Wandschimmel
– kann, besonders im Sommer während der Hauptsporulationszeit, Allergien auslösen
– Mykotoxinbildner: Tenuazonsäure, Altenuen, Tentoxin, Alternariol, Alternarionolmonomethylether u. a.

Aspergillus flavus

aspergillus flavus

– Thermotolerant, Wachstumsoptimum bei 35 °C
– Vorkommen: Ubiquitär im Erdboden, bevorzugt in wärmeren Klimaten
– auf Nüssen, Getreide, Gewürzen, ölhaltigen Samen, Trockenfrüchten
– Verursacher von Organmykosen und mykotischer Sinusitis
– Allergieauslöser ( allergische, bronchiale Aspergillosen )
– Mykotoxinbildner: Aflatoxine, Kojisäure, Sterigmatocystin, Aspergillussäure, Cyclopiazonsäure, 3-Nitropropionsäure

Aspergillus fumingatus

aspergillus fumingatus

– Thermophil, Wachstumsoptimum bei 37 – 43 ° C
– Vorkommen: Heu, Müll, Kompost, Torf, Blumenerde, Laubstreu, Vogelnester, Hühnerställe, Tierbauten
– Stärkste pathogene Potenz ( Freisetzung von Proteinasen und von Ribonukleotoxin
– Verursacher von Organmykosen
– Allergieauslöser
– Produzent von Gliotoxin ( Immunsuppressiv ), Fumigacin ( antibiotisch aktiv ), Emodin ( hämorrhagisch ) und diverser Clavin – Alkaloide

Aspergillus niger

aspergillus niger

– weit verbreiteter Lebensmittel und Materialverderber
– bevorzugt wärmere Standorte
– Die Häufigigkeit in Böden in Europa nimmt von Norden nach Süden zu
– dringt bis in die Tropen vor
– fakultativ pathogen ( Aspergillose )
– kann die Lunge und die äusseren Gehörgänge angreifen
– Mykotoxinbildner

Aspergillus versicolor

aspergillus versicolor

– Wachstumsoptimum bei 25 – 30 ° C
– ubiquitärer Bodenpilz
– Konidien können die Magen- Darm – Passage unbeschadet überleben
– Vorkommen: Getreide, Futtermittel, Gewürze, getrocknete Früchte, Käse, Brot, Erdnüsse, getrocknetes Fleisch
– tritt in Innenräumen häufig nach Wasserschäden oder in Zusammenhang mit erhöhter Feuchte auf
– Pathogenität wird ( leider ) häufig unterschätzt
– Verursacher von Organmykosen und Osteomyelitis
– Mykotoxinbildner: Sterigmatocystin, 5 – Methoxysterigmatocystin, ß – Nitropropansäure, Nidulotoxin und Cyclopiazonsäure
– Optimale Temperatur für die Mykotoxinbildung bei 30 – 32 ° C und einem pH -Wert von 8

Aureobasidiumpullulans

auroebasidium pullulans

– Wachstumsoptimum bei 25 ° C
– Vorkommen: Kosmopolitisch, saprophytisch in Böden, Pflanzenteilen, Früchten, Samen, Kompost, Müllhalden, Abwasser, Fruchtprodukten
– gefürchteter Materialzerstörer in Innenräumen
– bevorzugt feuchte Stellen
– hefeartiges Wachstum bei schlechten Umweltbedingungen ( “schwarze Hefe” )
– kann Allergien hervorrufen
– kann Mykosen hervorrufen ( Lunge, Haut, Nägel, Peritonitis, Keratitis, systemische Infektionen )

Cladosporiumherbarum

cladosporium herbarum

– die weltweit häufigste Pilzart auf abgestorbenen Pflanzenteilen
– wächst bei Temperaturen zwischen 7 – 32 ° C
– häufiger Wandschimmel
– Konidien können Allergien auslösen

Fussariumspp.

fussarium spp

– Wachstumsoptimum 25 – 30 ° C
– meist Bodenbewohner mit ubiquitärer Verbreitung
– bauen zellulosehaltige Pflanzenreste ab, Lagerschädlinge, Pflanzenparasiten
– einzellige Mikro- und mehrzellige Makrokonidien
– gefürchtete Mykotoxinbildner: Fusarien – Toxine ( T2 – Toxin, Zearalenon, Thrichothecene,Moniliformin, Fusarium C. u. a. )
– Fusarien – Toxine können bei Mensch und Tier schwere Vergiftungen hervorrufen ( z. Bspl.”Alimentäre toxische Aleukie” )

Scopulariopsisbrevicaulis

scopulariopsis brevicaulis

– Wachstumsoptimum 24 – 30 ° C
– sehr häufig vorkommender Pilz mit weltweiter Verbreitung
– Teleomorph: Microascusbrevicaulis( microascaceae. Microascales, Sordariomycetes, Ascomycota )
– bevorzugte Substrate: Böden, Holz, Stroh, Getreidekörner, Früchte, Sojabohnen, Erdnüsse, Tote Insekten, Federn, Horn, Dung, Papier, Fleisch, Käse, Milch, Butter
– keratinophil
– kann Chinin abbauen
– Erreger von Nagelmykosen ( Onychomykosen )
– humanpathogen, wurde in der menschlichen Lunge gefunden, verursacht Hautläsionen, invasive Infektionen, Endokarditis, Keratitis, und Endophtalmitis
– baut arsenhaltige Farben und Holzschutzmittel unter Freisetzung von gasförmigen, äußerst toxischen Methylarsinen ab
– baut auch Schwermetallverbindungen wie Selenate, Selenite, Tellurite und Quecksilberchlorid ab
– Wissenschaftler vermuten, dass dieser Pilz eine Rolle beim plötzlichen Kindstod spielt !

Stachybotryschartarum

stachybotrys chartarum

– baut Zellulose ab
– Erreger der Stachybotrymykose
– Toxine können auch durch Hautkontakt aufgenommen werden
– Symptome: nässende Hautentzündungen, Nasenbluten, Atembeschwerden, Immunschwäche, Herzrythmusstörungen
– Lungenblutungen bei Säuglingen
– blockiert die Synthese eines Enzymes, das die Lungenbläschen unter Spannung hält
– verursacht schwerwiegende Mykotoxikosen
– mit Stachybotryschartarum – Toxinen verseuchtes Heu, welches zu Futterzwecken verwendet wird, lässt z. Bspl. Pferde qualvoll verenden

Trichodermaviride

trichoderma viride

– Temperaturoptimum: 25 ° C
– Vorkommen: in Böden und auf zerfallendem Holz in allen Klimaten
– kommt auf Getreide, Lebensmitteln, Erdnüssen, Tomaten, Zitrusfrüchten und gelagerten Süßkartoffeln vor, findet sich auch in Fetten und Margerine
– Mykotoxinbildner: Satratoxine G, F und H, Trichodermin
– kann bei immunsupprimierten Personen Infektionen der Leber, der Lunge und Peritonitis auslösen