Grundsätzliche Informationen zu Schimmelpilzen

Der Begriff “Schimmelpilze” ist eine Sammelbezeichnung für Pilze, die typische Pilzfäden und Sporen ausbilden können.
Schimmelpilze bestehen aus Sporen, dem Pilzmyzel und dem Fruchtkörper.

Sporen:
Stammen vom Pilz und lassen neue Pilze entstehen. Sie sind also die Fortpflanzungsorgane der Schimmelpilze. Sporen werden über die Luft verteilt und stellen die relevanten Bestandteile für eine Innenraumbelastung dar.

Myzel:
Unter Myzel versteht man ein gewebeartiges Geflecht, welches der Nahrungs- versorgung und somit dem Pilz als Wachstumskörper sowie auch der Fortpflanzung dient. Die einzelnen Stränge des Myzelgebildes werden als “Hyphen” bezeichnet.

Fruchtkörper:
Der Fruchtkörper bildet das Endprodukt des Pilzes. Die äußerlichen, sichtbaren Merkmale des Fruchtkörpers können die unterschiedlichsten Formen und Farben annehmen. Beim Fruchtkörper des Schimmelpilzes in Innenräumen handelt es sich meist um einen filzigen, flächigen Belag, der oft nur dünn ausgebildet ist.

Schimmelpilze sind Mikroorganismen des täglichen Lebens und besitzen Schlüsselpositionen im Haushalt der Natur. Sie sind auf vielfältige Weise mit unserem Leben verbunden, im positivem wie im negativen Sinn. Schimmelpilze sind an der Zersetzung von organischem Material beteiligt und spielen daher eine wichtige Rolle im Kohlenstoff-Kreislauf der Natur. Darüber hinaus werden Schimmelpilze industriell zur Produktion von Vitaminen, Enzymen und Antibiotika eingesetzt.

Diesem Nutzen stehen allerdings auch erhebliche Gefährdungen gegenüber. Für Menschen und Tiere sind manche Schimmelpilzarten als Erreger von Infektions- krankheiten, als Auslöser von Allergien und als Produzent von teilweise krebserregenden Mykotoxinen gefährlich.Das Spektrum der Gesundheitsgefährdung reicht hier von sogenannten Befindlichkeitsstörungen bis hin zu lebensbedrohlichen Symptomen!

Die häufigsten im Zusammenhang mit Schimmelpilzbelastung genannten Symptome sind:

– Asthmatische Beschwerden, Husten
– Atembeschwerden bis hin zur Atemnot
– Benommenheit, Lethargie
– Übelkeit, Durchfall und Erbrechen
– Kopfschmerzen bis hin zur Migräne
– Herzrythmusstörungen
– Gerötete und geschwollene Gesichtshaut, Juckreiz
– nässende Hautentzündungen

Die Auflistung dient nur einer Übersicht und ersetzt keinesfalls eine verantwortungsvolle medizinische Diagnose. Betroffene sollten beim Auftreten eines oder mehrerer Symptome im Zusammenhang mit einem Schimmelschaden immer einen erfahrenen Umweltmediziner zur ursächlichen Klärung der Symptome hinzuziehen.

Pilze sind u.a. durch das Fehlen einer Photosynthese gekennzeichnet, was sie zu einer heterotrophen Lebensweise zwingt. Heterotrophe Organismen gewinnen ihre Energie für den Zellaufbau aus dem Abbau organischer Stoffe. Bei Pilzen kann dies auf so genannte saprophytische ( Das ist die Ernährung durch totes organisches Material ) oder parasitische Weise erfolgen. Alternativ können Pilze auch eine Symbiose durch Anschluss an den Stoffwechsel des Partners eingehen.

Generell kann ein Schimmelpilz in Innenräumen nur dann wachsen, wenn über einen längeren Zeitraum ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist. Die meisten Schimmelpilzarten benötigen dafür eine rel. Luftfeuchtigkeit von 80 %, einige wenige können aber bereits ab ca. 67 % Luftfeuchte auskeimen und wachsen. Alle weiteren nötigen Wachstumskriterien für Schimmelpilze sind in der Regel vorhanden.

Die benötigte Feuchtigkeit kann durch baubedingte Mängel und / oder ein falsches Nutzer- und Lüftungsverhalten entstehen. Als weitere Ursachen für den Schimmelpilzbefall in Innenräumen können Leckagen an wasserführenden Leitungen, Feuchtigkeit von außen, Regenwasser oder auch aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk benannt werden. Wärmebrücken jeder Art sowie die jahreszeitlich unterschiedliche Innenraumkondensation sind als weitere Ursachen zu erwähnen.

Das UBA sagt in seinem Schimmelpilzleitfaden aus 2002
“…. Da aus epidemiologischen Studien eindeutig hervorgeht, dass mit Feuchteschäden und Schimmelpilzwachstum im Innenraum gesundheitliche Beeinträchtigungen hervorgehen können, sollte Schimmelpilzbildung in Innenräumen als ein hygienisches Problem angesehen und nicht hingenommen werden.”
Nach diesen Empfehlungen sind die Ursachen für Feuchtigkeit und Schimmelpilzbefall zu ermitteln und nachhaltig fachgerecht zu beseitigen.